18.11. Untersuchung 2. Tag

Administrator (Reinhard_net) on 18/11/2020

Am zweiten Tag gab es nur noch zwei Laboruntersuchungen und ein langes Gespräch über die Testergebnisse und seine Erkenntnisse daraus. Erstes Fazit: Auslöser der Verschlechterung ist eine Erschöpfung des Parasympathikus nach jahrelangem Stress.

Am zweiten Tag gab es nur noch zwei Laboruntersuchungen und ein langes Gespräch über die Testergebnisse und seine Erkenntnisse daraus. Erstes Fazit: Auslöser der Verschlechterung ist eine Erschöpfung des Parasympathikus nach jahrelangem Stress.

Gemessen wurde der Muskeltonus am ganzen Körper in verschiedenen Schritten in Ruhe und mit definierten Bewegungen und Kontrolle der Atmung. Anschließen wurde noch ein Belastungs EKG, ebenfalls mit Kontrolle der Atmung gemacht.

Später sprach dann der Doktor alle schon vorhandenen Messergebnisse mit mir durch. Acht zusätzliche Tests wurden mir nach Hause mit gegeben. Die endgültigen Testergebnisse werden dann in einer Telefonsprechstunde betrachtet. Bei Bedarf wir der Therapieplan angepasst.

Seine Diagnose konnte er mit beeindruckenden Testergebnissen gut belegen und mich überzeugen. Gleichgültig ob es die Blutuntersuchungen waren, die Atemanalysen, die Analyse meiner Herztätigkeit oder die des Gehirns. Immer ließen sich die teilweise massiven Abweichung von der Norm mit einem lang andauernden Stress erklären. Einzig mein Kreislauf zeigte noch gute Werte. Das führte er auf das lange sportliche Training in meiner Jugend und meinen jungen Jahren zurück.

Die Erholung während meiner Aufenthalte am Mittelmeer erklärte er auf die Verringerung des Stresses im Urlaub, die Verschlechterung seit Mai mit der Erschöpfung des Parasympathikus, der ständig die Überreaktion des Sympathikus bremsen musste. Mein vegetatives System ist das eines 90 jährigen. Mit Übungen und Medikamenten kann das eventuell auf das eines 70 jährigen zurück geführt werden.

Während mich seine Diagnose voll überzeugt hat, habe ich bei seinen Therapievorschlägen noch einige Zweifel. Denn mir wurden alle seine Standartvorschläge unterbreitet, auch wenn ich in seinen Fragebogen schon deutlich gezeigt hatte, dass manche Vorurteile gegenüber Stress geplagten Menschen nicht zutreffen. Ein deutliches Beispiel ist das Karrierestreben im Beruf. Als aktiver Gewerkschafter und Betriebsrat habe ich nie erwartet, größere Personalverantwortung im Betrieb übertragen zu bekommen. Mein Stolz im Berufsleben sind die technischen Erfolge und Erneuerungen, die ich von Anfang an einführen und durchsetzen konnte. Oft gegen erhebliche Widerstände aus dem (damals überalterten) Management.

Am Ende der Besprechung gab mir Dr. Kersten ein Therapeutisches Konzept mit. Da ich noch einige Proben für weitere Untersuchungen hier zu Hause nehmen und einsenden muss und auch viele Ergebnisse zu den Laborproben aus der Untersuchungen später eintreffen werden, dauert es noch bis zum 11. Januar, bis eine endgültige Diagnose gestellt und ein endgültiges Therapiekonzept aufgestellt werden kann.

Jetzt werde ich erst einmal nach und nach alle seine Vorschläge ausprobieren und dann erst entscheiden, was ich für mich für hilfreich empfinde und was nicht. Schon in der letzten Besprechung hat er mit mir eine Atemübung gegen Stress eingeübt. Mir wurde auch ein Trainingsplan mit dem Fahrrad mit gegeben. Ein wichtiges Kriterium beim Training ist, dass mein Puls in den nächsten drei Wochen nicht den Wert 100 überschreiten darf. Die Messungen hatten ergeben, dass bei höherer Pulsfrequenz zuviel Laktat vom Körper gebildet wird und dies wieder zu Schädigungen im Körper führt. Nach drei Wochen darf ich dann vorsichtig die Belastung auf 110 Schläge erhöhen.

Schon gestern Abend habe ich mir bei Amazon eine Smartwach bestellt, mit der ich dann ständig meinen Puls überwachen kann, auch die Nachtruhe.

 

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