13.11. Antwort an einen Kreisrat

Administrator (Reinhard_net) on 13/11/2020

In einer Antwort an einen Kreisrat habe ich meine Position zu den Wasserstoffbeschlüssen des Kreistags noch einmal deutlich zusammen gefasst.

In einer Antwort an einen Kreisrat habe ich meine Position zu den Wasserstoffbeschlüssen des Kreistags noch einmal deutlich zusammen gefasst.

Lieber ...,

... . Was ich sagen wollte ist gesagt. Allerdings vermisse ich eine klare Antwort von Dir auf meine Fragen. ... . Schade, dass Du die Antwort auf meine direkten Fragen schuldig bleibst.

Niemand von Seiten der engagierten Klimaschützern bezweifelt die Notwendigkeit, Wasserstoff zum Schutz unseres Klimas einsetzen zu müssen. Die Frage ist nur, wann und wo. In welchen Fällen gibt es zu Wasserstoff eine Alternative und in welchen nicht?

Zu den vom Kreistag beschlossenen Wasserstoffprojekten für die Mobilität gibt es deutlich klima- und kostengünstigere Alternativen, nämlich die direkte Verwendung von Strom mittels Oberleitungen. Bei Wasserstoffantrieben liegt der Wirkungsgrad bezogen auf die Primärenergie je nach Quelle der Studie zwischen 20 und 25 %, bei direktem Stromeinsatz über Oberleitungen bei rund 80 %. Für Wasserstoffantriebe muss also rund 4 mal mehr Strom erzeugt werden als für Oberleitungslösungen. Doch statt noch mehr Energie zu erzeugen, müssen wir unseren Energiebedarf senken, um die Klimaziele von Paris einhalten zu können.

Beim Aufbau einer eigenen PV Anlage für die Wasserstofferzeugung, für die Umwandlung zu Wasserstoff und für die Wasserstofftankstelle wird zusätzliches CO2 frei gesetzt. Die Produktion von Brennstoffzellen setzt gegenüber dem Direktantrieb weiteres CO2 frei. Unter dem Strich wird bei den Wasserstoffprojekten des Kreises auch über 30 Jahre gesehen mehr CO2 ausgestoßen als bei den heutigen Dieselantrieben.

Gibt der Kreis nun mehr als 22 Millionen € für die Wasserstoffprojekte aus, die voraussichtlich keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten oder für Oberleitungsprojekte, die den CO2 Ausstoß im Kreis sicher senken? Zudem haben wir als Gesellschaft keine Zeit mehr für Experimente mit ungewissem Ausgang. Bis 2035 sollte auch der Rems-Murr-Kreis klimaneutral wirtschaften können. Ansonsten haben wir unseren Beitrag zu den Klimazielen von Paris nicht erfüllt.

Obige Argumente für und gegen die Wasserstoffprojekte zur Mobilität im Kreis erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Doch selbst die Fachhochschule in Esslingen, von der sich die Kreisverwaltung beraten lässt, wagt keine Prognose über den möglichen Beitrag zum Klimaschutz. Genau diese Prognose über das gesamte Projekt hätten aber aufmerksame Kreisräte einfordern müssen bevor sie den Projekten zustimmen.

Für mich ist die Diskussion hiermit beendet.

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